Die Jugend hat sich ein Denkmal gesetzt

Am 2. Juni 2012 tanzten über 10'000 Menschen durch die Innenstadt von Bern. Viele der Jugendlichen und auch einige Erwachsene taten ihren Unmut kund über die zunehmende Regulierung des städischen Nachtlebens. Vorwiegend friedlich lief die Demonstration ab. Dabei war die Zusammensetzung der Teilnehmerschaft, vereinfacht gesagt, so heterogen wie die Jugend selbst. So stand für viele - auch aus anderen Kantonen - angereise Gäste, das gemeinsame Fest unter freiem Himmel im Vordergrund. Legendär.

 

Top 4 der O-Töne


1. "Es het ke Bier me!"

2. "Was, das isch eigentlech, e Demo?"

3. "I ha no nie a eim Obe so vell as Bundeshus pisst."

4. Typ mit Mikro: "Wönder, dass mir i die Gass inefahred oder vore Polizeiposte?"

Menge: "WHOOOOO! POLIZEIPOSTE!"

Typ mit Mikro: "Okay, mir fahred vore Polizeiposte! Tanzed für die direkti Demokratie!"

 

Bilder: Raphael Moser

Start im Bollwerk vor der Reitschule um 21 Uhr. Die anonymen Veranstalter hatten den Anlass über Facebook angekündigt, von Mund zu Mund fand er schnell Gehör.

Der Umzug setzte sich Richtung Bahnhof in Bewegung, begleitet von wummernden Soundmobilen.

An der Spitze lief ein Block Vermummter, die im Verlauf des Umzugs einige Knallpetarden zündeten. Sie gehörten dem kapitalismuskritischen Teil der Demonstranten an.

Das Bundeshaus, Statuen und sogar der Baldachin am Bahnhof wurden geentert.

Unübersichtliche Menschenmengen füllten die Gassen rund um den Bundesplatz, weshalb die Schätzung der Teilnehmerzahl zwischen 10'000 (Polizei) und 25'000 (Veranstalterkollektiv "Tanz dich frei") schwankt.

Für viele Teilnehmer war es einfach eine riesige ausgelassene Party.

Spass und Alkohol waren die eine Seite - Petarden, Graffiti an Gebäuden und wildes Urinieren die andere.

Das Bild danach erinnerte an den Gurten nach dem Festival.

Bis jetzt ist man sich nicht einig, was nun als politische Botschaft gesehen werden darf.

Die Polizei hielt sich einsatzbereit im Hintergrund, mit Betonung auf Hintergrund.

Bis am Morgen hielten manche Partygänger durch, ausgeruht wurde für einmal in öffentlichen Grünzonen.

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