Warten auf Mika

 

Sein Debütalbum "Cartoon Motion" hat Mika vor fünf Jahren weltbekannt gemacht. Am Luzerner Blue Balls Festival bewies er, dass er die Lorbeeren nicht umsonst eingeheimst hatte. Doch auch die Vorband um Sängerin Ren Harvieu überzeugte.

 

Text: Hanna Zoll

Bildstrecke: Yvan Jost

 

Bereits zwanzig Minuten vor Konzertbeginn waren die besten Plätze direkt vor der Bühne belegt. Die Leute waren in kleine Grüppchen verteilt. Alle waren gespannt auf das Konzert von Mika und auf die Vorband, von der man noch nichts Genaues wusste.

 

Um halb neun wurde das Publikum unruhig, die meisten standen auf, schauten, ob sich was auf der Bühne regt. Aus den Lautsprechern war immer noch die Musik von dem Tontechniker zu hören. Dennoch liess man bereits die Fotografen rein, die sich zum Fotografieren der Vorband bereitmachten. Mit einer Viertelstunde Verspätung wurde schliesslich die englische Sängerin Ren Harvieu angekündigt. Ihre Bandmitglieder verteilten sich an ihre Instrumente und fingen an zu spielen.

 

Lockerer Einstieg

Gespannt verfolgte das Publikum, wie die Sängerin nach dem Intro auf die Bühne kam. Nur wenige Zuschauer wussten, was sie erwarten würde. Mit souliger Stimme fing die 22-Jährige an zu singen. Die Leute im Publikum wirkten gespannt, doch nach und nach lockerte sich die Stimmung. Es musste an Harvieus Mix zwischen Soul, Indie und Pop liegen. Paul Harrison, ein britische Jazz-Musiker, hatte sie vor nicht allzu langer Zeit entdeckt und gefördert. Erst vor zwei Monaten kam ihr erstes Album "Through the Night" heraus. Eine gewisse Zurückhaltung zeigte Harvieu noch auf der Bühne: Nach jedem Lied bedankte sich die Sängerin und winkte verstohlen in die Menschenmasse. Um halb zehn hatte die Vorband bereits das letzte Stück gespielt und verliess unter Applaus die Bühne. Eine kleine Schar im Publikum klatschte nach Zugabe, doch aus den Boxen erklangen bereits wieder Technotöne.

 

Kein Halten

Währenddessen wurde die Bühne umgebaut, die Zuschauer teilten sich wieder in Grüppchen auf. Es wurde gesprochen, fotografiert und gegessen, aber vor allem warteten alle sehr gespannt auf Mikas Auftritt. Die Pause dauerte wiederum lange. Nach einer sehr langen Umbauphase  kam endlich die Band, auf die alle schon den ganzen Abend gewartet hatten. Im Saal wurde es still und dunkel, nur Mika, der am Flügel sass, wurde beleuchtet. Er fing an zu spielen, das Publikum hielt den Atem an. Doch als der Saal in helles Licht getaucht war, und die Band einstieg, gab es für Mika kein Halten mehr. Er stand auf, sang mit viel Kraft und Ausdruck einer seiner berühmten Songs, "Grace Kelly". Ein wunderbarer Einstieg.

 

Mika stand auf dem Flügel, scherzte mit seinem Bassisten, warf Ballone ins Publikum, umarmte zwei seiner Fans, er hielt das Publikum auf Trab und verpatzte einen Einstieg, wofür er sich aber sehr sympathisch entschuldigte. Viele ältere Lieder wurden gespielt. Die Leute kriegten aber auch aktuelle Songs, bei denen nicht alle aus dem Publikum mitsingen konnten, kriegte das Publikum zu hören. Kurz vor Mitternacht bedankte sich die Band, das Publikum liess sie kaum gehen. Doch leider gab es keine Zugabe mehr. Mika verliess die Bühne, die anderen fünf Bandmitglieder folgten ihm. Die Bühne wurde abgeräumt, der Saal leerte sich und die Zuschauer gingen mit zufriedenen Gesichtern nach Hause. Das lange Warten hatte sich gelohnt.

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

Mika am Blue Balls Luzern, 2012

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