James Bond für Arme
Wäre Hollywood realistisch, hätte James Bond einen Schwerbauch, wäre unglücklich verheiratet und ein regelmässiger Gast bei Mc Donalds, meint Mitzu in seinem Brief an Baba.
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Warum noch Briefe schreiben, wenn E-Mails doch viel schneller sind? Gerade deswegen, würden die beiden Freunde Baba und Mitzu sagen. Auf Tink.ch veröffentlichen sie jede Woche einen ihrer Briefe. Sie zeugen vom Alltag in London und Solothurn, sie handeln von kleinen Dingen und wagen sich trotzdem auch immer an die grossen Fragen heran. Also: Warum noch E-Mails schreiben, wenn Briefe doch viel schöner sind?
Zu den Autoren:
Mein Name (Michael) stand 2007 in der Vornamen-Hitparade auf Platz 40. Heute genannt Baba, hab ich mein Leben nach London getragen, um Fotografie und die Rätsel einer Beziehung zu erlernen. Davor war ich - nach Flucht aus Solothurn - in Zürich beschäftigt und sesshaft. Trage Schuhgrösse 44. Aufgewachsen in einer modernen Komune, wo ich neben vielen Menschen auch Mitzu kennen lernte. Unser Verhältnis ist, und war, immer lebhaft, inspirierend und fordernd. Was unsere Briefe auch sein werden.
Ich, Mitzu, war ein House-Hörer, Hip-Hop-Gangster, geniessender Korporal, Hippie. Zu anderen Zeiten fühlte ich mich auch als Philosoph, genoss Drogen, scheiterte am Studieren, bin unterwegs Zimmermann geworden und spiele nun Schreiberling. Der Baba war mein Lebensschüler, wurde von mir gequält. Ich hab mit ihm gewohnt und ihn eingeführt in die Welt der verlogenen Prinzipien und des Wahnsinns. Nun ist er weit - weg und doch sehr nah. Entstanden ist eine Gute Freundschaft und wir wechseln uns ab im Lehren und Lernen, wie auch im Briefe schreiben.
Wäre Hollywood realistisch, hätte James Bond einen Schwerbauch, wäre unglücklich verheiratet und ein regelmässiger Gast bei Mc Donalds, meint Mitzu in seinem Brief an Baba.
>>Baba macht zwar Ferien, doch sein Gemüt ist bedrückt. Das Klima von Schottland scheint ihm nicht gut zu bekommen und er nimmt kein Blatt vor den Mund.
>>Wer Ziele hat, kann man nicht immer stressfrei durchs Leben gehen, schreibt Mitzu seinem Freund Baba. Und zum Geburtstag wünscht er sich zweitklassige Küchengeräte von seinen Lesern.
>>Von der Kirche hält Baba nicht viel. Und schon gar nicht von Esoterikern. Lieber liesst er Buchklassiker und beobachtet gestresste Leute im Feierabendverkehr.
>>Wenn Liedtexte einem aus dem Herzen sprechen: Ein Chanson der französischen Rockband Noir Désir widerspiegelt Mitzus aktuellen Gemütszustand. Und er überlegt sich, Baba in London zu besuchen.
>>Über den positiven Wert von Inselmomenten sind sich die beiden Brieffreunde einig. Nur die Wege, wie sie dahingelangen, sind unterschiedlich.
>>Am liebsten würde Mitzu auf eine einsame Insel verreisen. Doch vorerst sucht er die ruhigen Momente noch in verlassenen Schulhäusern und weitflächigen Fabriken.
>>Nachdem Baba das Friedensangebot von Mitzu halbherzig annnimmt, erzählt er seinem Freund von einer Begegnung der etwas anderen Art.
>>Mit einer Liste, schwarz auf weiss - so möchte Mitzu Klarheit in die Beziehung zwischen ihm und Baba bringen. Zudem stellt er uns seine neue Geschäftsidee vor: Ein Nachtfahrveloguide.
>>Nach ausgelassenem Feiern verfasst Baba seinen Antwortbrief. Er wirft Mitzu verzerrte Selbsteinschätzung vor, zieht dann aber einen Schlussstrich unter die kleine, wie auch feine Lebensentwurfs-Fehde.
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