Während eines halben Jahres berichtet Elin Fredriksson von ihrem Au-pair-Aufenthalt in Brüssel. Dabei erlebt sie nicht nur die belgische Hauptstadt, sondern wirft auch einen oder zwei Blicke auf die Welten von Kindern und Erwachsenen, an deren Schnittstelle sie sich in ihrem Austausch befindet.

June
13. 06. 2012
Die Faszination für Star Wars konnte unsere Reporterin bis zuletzt nicht nachvollziehen. Bild: Elin Fredriksson

Die Sache mit der Autorität

Wenn die Koffer gepackt sind, ist es Zeit Abschied zu nehmen. Unsere Reporterin hat über ein halbes Jahr aus Brüssel berichtet. Jetzt zieht sie weiter.

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March
06. 03. 2012
In der flämischen Küstenregion an der Nordsee ist die Hauptstadt Brüssel sehr weit weg. Bild: Elin Fredriksson

Brüssel ist nicht Belgien

Als ich mit meiner einzigen belgischen Freundin an die Küste Belgiens fuhr, wurde mir etwas bewusst, das man nur realisieren kann, wenn man Brüssel verlässt: Brüssel ist nicht Belgien und Belgien ist nicht Brüssel.

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February
13. 02. 2012
Kinder haben einen direkteren Zugang zu ihrer Fantasie und die Erwachsenen richten sich danach – auch in den belgischen Comics. Bild: Elin Fredriksson

"Du kannst das nicht richtig!"

Tom ist zehn Jahre alt und geht an eine Zauberschule. Er hat drei Haustiere: Einen Igel namens Herr Igel, einen kleinen Vampir und einen Schaumgeist. Ausserdem besitzt er einen fliegenden Teppich und eine Zauberkugel. Willkommen in der Welt der Gutenachtgeschichten und somit im Universum von Spiel und Fantasie.

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January
24. 01. 2012
Gehört man als Au-pair schon zu den Brüsselern? Bild: Elin Fredriksson

Sorry, are you from Brussels?

Als ich mein Zwischenjahr plante, war mir durchaus bewusst, warum dieses Jahr eben ein Zwischenjahr sein würde: Man befindet sich zwischen Gymnasium und Studium, man kann weder rückwärts noch vorwärts, man ist eben zwischendrin. Dieses "Weder-hier-noch-dort-Gefühl" ist ja auch genau das, was man sich für ein Zwischenjahr wünscht. Dass ich mich allerdings nicht nur bezüglich des schulischen Aspekts zwischen zwei Welten gefangen fühlen würde, sondern auf allen möglichen Ebenen, das war mir überhaupt nicht bewusst.

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10. 01. 2012
Der Streik, der Brüsseler liebste Beschäftigung. Bild: zVg

Ausser Betrieb

Alles, was ich an jenem Donnerstagmorgen wollte, war, in der Pause meines Französisch-kurses einen Kaffee zu trinken und die Toilette zu benutzen. Doch leider war das nicht möglich, wegen zwei Wörtern, die in Brüssel auf Platz eins der meistbenutzen Wörter stehen: Hors service.

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2011
December
20. 12. 2011
Kommt das Christkind auch nach Brüssel? Bild: Elin Fredriksson

Die Hoffnungsdiebin

In einer abgelegenen Seitengasse im Brüsseler Zentrum konnte man vor einigen Tagen Folgendes beobachten: Schnellen Schrittes läuft eine junge Frau mit roten Handschuhen an einem Parkschein-Automaten vorbei. Zuerst lässt sie ihn unbeachtet und läuft ohne die geringste Zuckung daran vorbei. Doch einige Meter nach dem Automaten hält sie inne, überlegt einige Sekunden und dreht sich mit einem diskreten Seitenblick der Parking-Maschine zu. Mit demselben diskreten Seitenblick und möglichst unauffällig zieht sie ihre roten Handschuhe aus und tastet das Innere der Geldrückgabe-Öffnung ab. Nichts. Sie steckt ihre leere Hand wieder in die Jackentasche und läuft weiter.

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06. 12. 2011
"Zinneke Pis", die Statue eines urinierenden Hundes, dient den Brüsselern als Namensgeber für die ausländischen Bewohner der Stadt. Bild: brusselspictures.com

Die Stadt der tausend Abschiede

Nichts ist schwieriger, als in Brüssel echte Brüsseler zu treffen. Klingt komisch, ist aber die Wahrheit. Meine Gastfamilie ist deutsch, die Kinder gehen an die europäische Schule und mein soziales Umfeld besteht aus allen Nationalitäten ausser der belgischen.

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November
29. 11. 2011
Als Au-pair sieht man die Hausordnung plötzlich von der anderen Seite. Bild: Elin Fredriksson

Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie

Sprachlos sitze ich am Esstisch. Links und rechts von mir sitzen meine beiden Au-pair-Jungs, acht und zehn Jahre alt, und essen zufrieden ihre Nudeln mit Tomatensauce. Das ist meine Generation, denke ich mir, die beiden sind gerade mal ein Jahrzehnt jünger als ich – und trotzdem: Wenn sie sich unterhalten, verstehe ich nur Bahnhof.

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14. 11. 2011
Sechs Monate bei Magritte und Tintin: Was kann man als Au-pair in Belgien lernen? Bild: Elin Fredriksson

Sechs Monate, zwei Kinder, eine Stadt

Elin Fredriksson lebt für ein halbes Jahr in Brüssel. Als Au-Pair erlebt sie die Stadt auf eine andere Weise als Diplomaten und Touristen. Die erste Frage, die sie zu beantworten hat: Warum macht man sowas überhaupt?

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